Berlin im Winter: Ein Spaziergang durch Schnee, Eis und Stadtgeschichte

Schnee in Berlin ist selten. Wenn er fällt, verändert er die Stadt spürbar: Geräusche werden leiser, bekannte Orte wirken plötzlich neu und selbst viel besuchte Wege bekommen eine besondere Atmosphäre. Genau das haben wir genutzt und uns auf einen winterlichen Spaziergang durch die Berliner Mitte und nach Kreuzberg begeben – von der Fischerinsel über historische Wasserwege bis hin zum zugefrorenen Engelbecken.

Unser Winterspaziergang zeigt Berlin von einer ruhigen, fast entschleunigten Seite. Ohne Eile, ohne große Inszenierung – dafür mit echten Momenten, Stadtgeschichte und winterlichem Alltag.

Start am Märkischen Ufer und Blick auf den historischen Hafen

Unsere Tour beginnt am Märkischen Ufer, einem Ort, an dem sich Berlin von seiner wassergeprägten Seite zeigt. Gleich zu Beginn fällt der Blick auf die Inselbrücke, die zur Fischerinsel hinüberführt. Auf der anderen Seite liegt der Historische Hafen Berlin – ein Ort, der vielen Besuchern gar nicht so bekannt ist.

Im historischen Hafen liegen mehrere restaurierte Binnenschiffe, darunter der große Dampfschlepper Andreas und das Museumsschiff Renate Angelika. Sie erinnern an die Zeit, in der die Binnenschifffahrt eine zentrale Rolle für Berlin spielte. Besonders im Sommer ist dieser Ort lebendig: Dann finden hier Hafenfeste statt, und Besucher können teilweise sogar auf den alten Schiffen mitfahren. Im Winter dagegen wirkt der Hafen still, fast museal – und genau das macht seinen Reiz aus.

Über die Inselbrücke zur Fischerinsel

Wir überqueren die Inselbrücke und wechseln die Perspektive. Von der Fischerinsel aus zeigt sich der historische Hafen noch einmal ganz anders. Die Fischerinsel selbst ist ein Ort im Wandel: Es wird viel gebaut, moderne Wohnhäuser prägen das Bild. Dazwischen entdecken wir etwas sehr Berlinerisches – einen Schneemann, gebaut mitten in der Stadt. Ein kleines Detail, das zeigt, wie schnell Berliner den Schnee annehmen, wenn er denn einmal da ist.

Gertraudenbrücke und ein tierischer Begleiter

Unser Weg führt weiter zur Gertraudenbrücke. Hier begegnet uns ein Vogel, der an dieser Stelle offenbar regelmäßig zu sehen ist. Wir sprechen ihn im Video als Graureiher an – sind uns aber nicht ganz sicher, ob es tatsächlich einer ist. Solche Begegnungen gehören zu Spaziergängen durch Berlin einfach dazu: Tiere, die sich ihre festen Plätze in der Stadt gesucht haben, und Menschen, die sie immer wieder beobachten.

Entlang der Friedrichsgracht: Geschichte am Wasser

Wir folgen der Friedrichsgracht, einem besonders geschichtsträchtigen Abschnitt Berlins. Auf der linken Seite sehen wir die Jungfernbrücke, die als älteste erhaltene Brücke der Stadt gilt. Ebenfalls an der Gracht befindet sich das Auswärtige Amt – ein Ort politischer Geschichte, eingebettet in eine ruhige Wasserlandschaft.

Von hier aus öffnet sich der Blick weiter Richtung Schloss, Fernsehturm und Rotes Rathaus. Gerade im Winter, wenn Schnee auf Dächern und Brüstungen liegt, entsteht ein klassisches Berlin-Panorama, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.

Die Friedrichswerdersche Kirche – eine „eingeklemmte“ Sehenswürdigkeit

Ein besonders eindrucksvoller Abschnitt unseres Spaziergangs ist der Besuch der Friedrichswerdersche Kirche. Sie wird oft als „eingeklemmte Kirche“ bezeichnet – und das aus gutem Grund. In unmittelbarer Nähe wurden moderne Wohn- und Geschäftshäuser errichtet, teilweise nur wenige Meter entfernt.

Während der Bauarbeiten kam es zu Schäden am Mauerwerk der Kirche. Die Folge war eine aufwendige Sanierung, die sich von 2012 bis 2020 erstreckte. Heute kann die Kirche wieder besichtigt werden, doch ihre Lage wirft Fragen auf: Wie viel Nähe zwischen historischer Bausubstanz und moderner Stadtentwicklung ist vertretbar? Ein Thema, das viele Berliner Orte betrifft.

Gendarmenmarkt nach Weihnachten: nüchtern statt romantisch

Weiter geht es zum Gendarmenmarkt. Kurz nach Weihnachten zeigt sich der Platz von einer ungewohnten Seite. Der Weihnachtsmarkt wird gerade abgebaut, Buden verschwinden, Lichterketten werden entfernt. Wo wenige Tage zuvor noch festliche Stimmung herrschte, dominiert nun der nüchterne Alltag. Auch das ist Berlin: ein schneller Wechsel der Bilder und Stimmungen.

Eis auf dem Engelbecken: Winterleben in der Stadt

Am nächsten Tag führt uns der Spaziergang zum Engelbecken. Das Becken ist zugefroren – ein Zustand, den Berliner sofort nutzen. Menschen spielen Eishockey, Hunde rennen über die Eisfläche, Spaziergänger bleiben stehen und schauen zu. Hier zeigt sich Berlin von seiner spontanen, lebensfrohen Seite.

Das Engelbecken liegt im ehemaligen Luisenstädtischen Kanal, einem stillgelegten Wasserweg, dessen Geschichte bis ins Jahr 1848 zurückreicht. Ursprünglich sollte der Kanal den Landwehrkanal mit der Spree verbinden. Doch schon 1926 wurde er außer Betrieb genommen – zu viel Gestank, zu wenig Schiffsverkehr. Heute ist er ein grüner, ruhiger Spazierweg mitten in der Stadt.

Durch den Luisenstädtischen Kanal zum Oranienplatz

Wir folgen dem Verlauf des ehemaligen Kanals in Richtung Kreuzberg und erreichen schließlich den Oranienplatz mit seinem Stierbrunnen. Der Platz bildet einen markanten Abschluss des Spaziergangs. Nach einer kurzen Pause geht es wieder zurück Richtung Engelbecken. Unterwegs unterqueren wir die Waldemarbrücke und haben einen Blick auf die Michaelkirche am Michaelkirchplatz.

Unser Winter-Rundgang endet

Während auf dem Engelbecken weiter Eishockey gespielt wird, endet unser Winterspaziergang durch Berlin. Die Tour zeigt, wie vielfältig die Stadt auch in der kalten Jahreszeit ist: historische Orte, moderne Stadtentwicklung, Natur, Tiere und ganz alltägliche Berliner Momente.

👉 Den kompletten Spaziergang mit allen Eindrücken seht ihr im passenden YouTube-Video auf unserem Kanal berlinclips_com. Wenn euch Berlin-Spaziergänge, Stadtgeschichte und ruhige Alltagsmomente interessieren, lohnt sich ein Blick auf unsere weiteren Videos.

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